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Mit spektraler Belichtung Fruchtreifung steuern

Lebensmittelverschwendung durch LED-Beleuchtung eindämmen

Im Mai 2017 hat die französische Regierung ein Gesetz erlassen, das Discountern und LEH-Unternehmen die Vernichtung von Lebensmitteln untersagt. Notwendig war dieser Schritt geworden, weil bis dato in Frankreich ein einzelner SB-Verbrauchermarkt im Schnitt 500 bis 600 Tonnen an Lebensmitteln pro Jahr vernichten konnte, ohne über alternative Verwertungswege wie zum Beispiel Lebensmittelspenden für Bedürftige nachdenken zu müssen. In Deutschland – so behaupten es Vertreter der Branchenverbände – kennen wir solche Probleme nicht, da angeblich 99 Prozent aller Lebensmittel verkauft werden und der Rest schon seit etlichen Jahren zuverlässig seinen Weg zu lokalen Tafeln findet. Wir wollen an dieser Stelle aber weder unserem westlichen Nachbarn verfehlte Allokationspolitik vorwerfen, noch die Zuverlässigkeit branchenspezifischer Erfolgskennziffern anzweifeln.

Wir wollen einfach zu bedenken geben, ob nicht einige technologische Entwicklungen und Forschungsergebnisse aus dem Umfeld der LED-Technologie Anlass zur Hoffnung geben, dass Lebensmittelverschwendung künftig noch stärker eingedämmt werden kann. Auch in Deutschland schafft es nämlich beileibe nicht jede geerntete Kartoffel auf den Mittagstisch. Man kann davon ausgehen, dass deutlich mehr als die Hälfte der hierzulande produzierten Lebensmittel gar nicht erst den Weg ins Lebensmittelregal finden, sondern bereits an den Toren des Handels abgewiesen werden, weil sie durch das Raster streng normierter Qualitätserfordernisse wie Größe, Gewicht oder Reifegrad fallen.
Warum Arbeitszeit und enorme Mengen an Energie und Wasser in die Bodenbewirtschaftung, Ernte, Verpackung und Transport von Gemüse stecken, das schlussendlich den Weg auf den Teller verfehlt?

  • Können wir mit intelligenter Belichtung dafür sorgen, dass ein höherer Prozentsatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse alle vorgesehenen Qualitäts- und Handelshürden nimmt?
  • Kann die LED-Technologie in Gewächshäusern dazu beitragen, nicht nur den Strombedarf, sondern gleichzeitig auch den Wasser- und natürlichen Sonnenlichtbedarf zu senken, ohne reichhaltige Ernteerträge zu gefährden?
  • Sind ideale Anbauregionen für Nahrungsmittel tatsächlich noch abhängig von der geographischen Breite und einer Mindestanzahl an Jahressonnenstunden?

Neueste Forschungsergebnisse aus der Pflanzenphysiologie stimmen uns zuversichtlich, dass noch viel Luft nach oben ist. Zum einen scheinen Pflanzen deutlich genügsamer als angenommen, was ihre Rezeptivitätsphasen von Licht insgesamt angeht. Zum anderen wird im Verlauf von Langzeitstudien immer deutlicher, dass bestimmte Lichtspektren nicht nur den Biomassezuwachs und die Wuchsrichtung von Pflanzen gezielt fördern, sondern andere die Fruchtreife temporär sogar völlig zum Erliegen bringen.

Aus technologischer Sicht besteht die große Herausforderung im Pflanzenbelichtungssektor darin, ganz bestimmte Verläufe von Lichtimpulsen, die des natürlichen Sonnenlichts, in ein künstliches Belichtungssystem zu überführen. Impulse, die, wenn sie auf Pflanzen treffen, bei ihnen ganz bestimmte Wachstumsphasen auslösen. Dazu bedarf es einer gewissen Bandbreite an Informationen und Informationssequenzen, die qua Lichtimpulsen so emittiert werden, dass die Pflanze ihnen Folge leistet. So, als kämen sie von der Sonne.

Das Herzstück eines solchen Systems sind hoch komplexe Schaltnetzteile, wie unsere PSU 0264-02 im Bild oben, die eigens für Gewächshäuser entwickelt wurde. Mit ihr können nicht allein die Lichtintensität und Lichtfarbe flexibel verändert, sondern auch portionierbare Lichtimpulse ausgesendet werden. Sie wurde allerdings nicht allein konzipiert, um für Pflanzen optimale Lichtbedingungen herzustellen, spondern auch für all jene Phasen, in denen sich Gärtner und Erntehelfer in den Gewächshäusern aufhalten und eine Vielzahl an Arbeiten verrichten, für die gleichfalls besondere und natürlich angenehme Lichtverhältnisse herrschen müssen: Nährstoff- und Wachstumskontrolle, Ernte, Bodenbereitung etc.

Durch spektrale Belichtung herbeigeführte Konservierung von Obst und Gemüse an Strauch und Stock. Ein Zeitaufschub, der zwar nur wenige Tage währt, aber immerhin!
In Zeiten volatiler Marktpreise, nachlassender Vorhersehbarkeit von Wetterentwicklungen und sprunghafter Kauflaunen können naturnahe Fruchtreife-Steuerungsmechanismen durch gezielte spektrale Belichtung fast nur Gutes bewirken. Sie können dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung einzudämmen und auf zahlreichen Wertschöpfungsstufen Ressourcen zu schonen.
Adieu versunkene Kosten für Bewässerung, Ernte, Verpackung, Transport und Kontrolle von Waren, die der Handel nachvollziehbar und vorhersehbar verschmähen wird!