Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

light+building Nachlese I

Designleuchten im öffentlichen Raum

Sie ist vorbei, die light+building 2018. Und diesmal war sie so vielschichtig und erlebnisreich, dass wir  an dieser Stelle nicht nur über Designfragen von Leuchten im öffentlichen Raum nachdenken wollen, sondern auch zwei weitere Themen beleuchten. Ein Branchenmeinungsführer, der den weltweiten Lichtsektor seit gut 10 Jahren analysiert, erzählte uns, weshalb 2018 der Zeitpunkt gekommen sein dürfte, über eine Neuausrichtung der Lichtbranche nachzudenken. Neben diesen visionären und erkenntnisorientierten Fragestellungen wollen wir auch ein erlebnisorientiertes Praxisbeispiel zum vielzitierten und bisweilen auch missverstandenen Themenbereich Human Centric Light vorstellen.  

I. Designpraktische Ein- und Ansichten renommierter Leuchtenhersteller

Unsere Messestandbesuche hatten wir stets mit unserer Arbeitshypothese eröffnet, dass außergewöhnliches Leuchtendesign im öffentlichen und industriellen Kontext im Verlauf der vergangenen beiden Jahre immer stärker an Bedeutung gewonnen hat. Wir wollten zudem der Frage auf den Grund gehen, ob gutes Design Leuchten in jenen Anwendungsbereichen nicht nur zu mehr Ansehnlichkeit verhilft, sondern auch ihre Wertigkeit beeinflusst: ihre Abnehmer zu Mehrpreisbereitschaft bewegt und den Herstellern Absatzzuwächse oder höhere Produktmargen beschert.

Das Meinungsbild war geteilt. Für die eine Fraktion sind Leuchten im öffentlichen Raum nichts anderes als Funktionsträger, die ihre ursprüngliche Daseinsberechtigung als Garant für Sicherheit, Sichtbarkeit und nächtliche Mobilität über Jahrhunderte bewahren konnten. Am Beispiel Straßenbeleuchtung lässt es sich am schönsten illustrieren, wie nebensächlich gutes Design in Zeiten funktionaler Aufrüstung sein kann. Aufgrund ihrer Vernetzung und optimalen flächendeckenden Streuung in Ballungsräumen bieten sich innerstädtische Leuchtmasten künftig ja auch als Bewegungsdatensammelstelle, Steuerungsinstrument für Fußgänger und den fließenden Verkehr an sowie als WiFi-Verteilerstationen oder Stromtankstellen. Und gerade dieser mögliche Zuwachs an Funktionen stellt in diesem Marktsegment momentan den eigentlichen Mehrwert dar, weshalb ansprechendes Design von den meisten Leuchtenherstellern allenfalls als schmückendes Beiwerk angesehen wird.  

Wir hatten uns gefragt, in welchem Stadium der Produktentwicklung sich der Objektdesigner einer Leuchte mit einem Entwicklungsunternehmen unseres Schlags  zusammenfinden sollte, damit auch tatsächlich das Beste aus beiden Welten entstehen kann. Wie und wann geniale Objekt- und Technologie-Konzepte am einfachsten fusionieren und zu perfekter Co-Kreation führen. Der Produktmanager eines führenden Herstellers für Hochsicherheitsleuchten konnte uns darauf eine eindeutige Antwort geben: „So früh wie möglich, denn die Formgebung und Dimensionierung eines Leuchtengehäuses ist genauso sicherheitsrelevant wie die darin verborgene Technologie.“

Überraschende Einsichten über den Mehrwert und Nutzen einer unverwechselbaren Design- und Formensprache lieferte uns ein renommierter Hersteller von Außenleuchten, der uns erklärte, wie es das eigene Unternehmen geschafft habe, im Markt als absoluter Premiumhersteller wahrgenommen zu werden. „Unsere Leuchten werden deshalb als höchst solide, wartungsarm und zuverlässig wahrgenommen, weil wir immer schon konsequent Wert auf Spitzentechnologie legen, die wir darin verbauen. Ich bin kein Designer, sondern ein Techniker, deshalb mag ich auch nicht beurteilen, ob unsere Leuchten formschöner sind als andere. Ich weiß allerdings, dass wir auch bei der Verarbeitung und Beschichtung unserer Leuchtengehäuse immer schon einen hohen Aufwand zur Qualitätssicherung betrieben haben. Und der ist nicht nur sichtbar, sondern auch haptisch spürbar. Ich glaube, dass wir mit der Formensprache unserer Leuchten mehrere Dinge gleichzeitig transportieren:  ein formschönes, zeitloses Designs, das für hohe Verarbeitungsqualität und Lebensdauer steht, weil wir auch für die ‚inneren Werte‘ unserer Leuchten nur allerfeinste Technologie verwenden. Und das gibt uns die Möglichkeit, höhere Preise als unsere Wettbewerber aufzurufen.“

Die light+building Nachlese II  und III erscheinen zu den Themen:

II.   Warum die weltweite Lichtindustrie 2018 aufgefordert ist, sich neu auszurichten

III.  Der Mensch im Fokus des Lichts: ein plakatives Praxisbeispiel mit angeschlossenem Heilsversprechen